Public Eye Awards 2011
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Mit seiner 12. Auflage emanzipierte sich das Public Eye weiter vom Davoser Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF). Statt an einer die WEF-Show karikierenden Verleihungszeremonie mit Prominenten wurden die Preisträger im Rahmen einer bescheidenen dafür aber umso politischeren Medienkonferenz "geehrt". Die so frei gewordenen Mittel investierten die EvB und ihre Public Eye-Partnerin Greenpeace in die parallel angelaufene Arbeit einer breiten Schweizer Koalition aus Nichtregierungsorganisationen, die das Thema Unternehmensverantwortung auf nationalem Niveau gesetzlich voranbringen will; damit im Ausland durch Firmen mit Schweizer Hauptsitz begangene Verletzungen von Umwelt- oder Menschenrechten künftig auch juristisch zur Rechenschaft gezogen werden können.

Mit Werbe-Parodien gegen Konzern-Arroganz

"Adbusting" ist die kreative Verschmelzung aus dem Englischen von "advertisement" (Kurzform "ad" für Werbung) und dem Verb "to bust", umgangssprachlich für zerschlagen. Es geht um die Verfremdung kommerzieller Botschaften und Symbole im öffentlichen Raum, die Verkehrung ihres Sinns ins Gegenteil oder Lächerliche. Der Gründer der kanadischen Pionier-Organisation "Adbusters", Kalle Lasn, nannte das Ziel seiner subversiven Kommunikationstechnik einmal "den Charakter eines Unternehmens und seiner Praktiken bis zur Kenntlichkeit entstellen". Der Charme dieser Guerillamethode: Wie in der asiatischen Selbstverteidigung nutzt man die Kraft des Gegners um ihn vor aller Augen mit dem eigenen Schwung aufs Kreuz zu legen.

Während der Abstimmungsphase für die Public Eye Awards 2011 brachten sechs Sujets das Fehlverhalten der nominierten Unternehmen auf den Punkt. Hinter den provokativen Blickfängern steckte der ganz normale Wahnsinn einer von Wirtschafts- und Klimakrise unbeeindruckten Profitmaximierungsdoktrin, der ganze Gemeinschaften und Landstriche geopfert werden. Dies nach wie vor hauptsächlich im globalen Süden, wo das Public Eye traditionell besonders genau hinsieht.

Auffallend ist auch, dass die Hälfte der Anwärter auf den Publikumspreis – wie in den Jahren zuvor – aus dem problematischen Energiesektor kam. Und in vier von sechs Fällen spielte die Schweiz eine unrühmliche Rolle, sei es als Firmensitz, Verarbeitungsstätte, Umschlagsplatz oder handelspolitische Handlangerin.




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